Erdkunde

„Ich bin Geograph.“, sagte der alte Herr.
„Was ist das, ein Geograph?“
„Das ist ein Gelehrter, der weiß, wo sich die Meere, die Ströme, die Städte, die Berge und die Wüsten befinden.“

 A. de St.-Exupéry 1946, „Der kleine Prinz.“

Der Geograph ist jedoch noch viel mehr! Topographische Kenntnisse sind wichtig und auch heute noch ein Aspekt im Erdkunde-Unterricht. Sie helfen uns bei der Orientierung im Raum. Im Geographieunterricht werden jedoch noch weitere Kompetenzen vermittelt, die uns zu einem raumverantwortlichen Handeln befähigen.

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Entwurf: Reinke, angelehnt an das schulinterne Curriculum

Bildungsbeitrag des Faches Erdkunde

 „Geographische und geowissenschaftliche Phänomene und Prozesse, wie z.B. Klimawandel, Erdbeben, Hochwasser und Stürme, aber auch Globalisierung, europäische Integration, Bevölkerungsentwicklung, Migration, Disparitäten und Ressourcenkonflikte, prägen unser Leben und unsere Gesellschaft auf dem Planeten Erde in vielen Bereichen.

Der Umgang mit diesen globalen und komplexen Entwicklungen erfordert eine Anpassung bisheriger Verhaltensweisen und Handlungsstrategien auf der Grundlage von fundiertem Fachwissen und Beurteilungsvermögen, z.B. in den Bereichen Umweltschutz, Risikovorsorge, Sicherung der Ressourcen,

wirtschaftliche Entwicklung, entwicklungspolitische Zusammenarbeit und Stadt- und Raumplanung.

Die genannten Prozesse erhalten ihre Dynamik aus den Wechselwirkungen zwischen naturgeographischen

Gegebenheiten und menschlichen Aktivitäten. Gerade hier besitzt die Erdkunde ihr besonderes fachliches Potenzial zur Welterschließung in Räumen verschiedener Art und Größe. Daraus ergibt sich als Leitziel des Erdkundeunterrichts die Entwicklung raumverantwortlichen Handelns.“

Kerncurriculum für das Gymnasium Jg. 5-10, Erdkunde, Niedersachsen, 2008,S. 7

„Das ist sehr interessant“, sagte der kleine Prinz. „Endlich ein richtiger Beruf!“ […] „Er ist sehr schön, Euer Planet. Gibt es da auch Ozeane?“ „Das kann ich nicht wissen“, sagte der Geograph. […] „Aber ihr seid doch Geograph!“ „Richtig“, sagte der Geograph, „aber ich bin nicht Forscher. […] Der Geograph ist zu wichtig, um herumzustreunen. Er verlässt seinen Schreibtisch nicht.“ (A. de St.-Exupéry 1946)

Wir schon! Außerschulische Lernorte spielen auch im Fach „Erdkunde“ eine zentrale Rolle. Exkursionen und Erkundungsgänge ermöglichen einen direkten Kontakt mit der Umwelt.

Auch im Hinblick auf die Geographiebücher und die Veränderungen von Bergen und Vulkanen entspricht der Geograph, den der Kleine Prinz kennenlernt, nicht dem Geographen von heute. Der Wandel jedoch begegnet dem Geographen immer wieder und spielt in Bezug auf den Einfluss des Menschen auf verschiedene Lebensräum eine Rolle.

Am Jade-Gymnasium wird das Fach Erdkunde in jeder Klasse der Sek. I unterrichtet; die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 und 6 haben zwei Stunden in der Woche Erdkunde, die Klassen 7 und 8 eine Stunde. In Klasse 9 und 10 wird Geographie wieder zweistündig unterrichtet. In der Qualifikationsphase der Oberstufe wird Erdkunde in allen Schwerpunkten gerne als Kurs oder als Seminarfach von den Schülerinnen und Schülern gewählt.

Für den Unterricht steht ein Fachraum mit Ausstattungen für einen mediengestützten Unterricht zur Verfügung sowie eine geographische Sammlung mit vielen Objekten.

Wir arbeiten mit dem Lehrwerk „Terra“ (Ausgabe für Niedersachsen“) aus dem Klett Verlag, das durch die regionalen Schwerpunkte auch die Möglichkeit zur Stärkung der regionalen Identität unterstützt.

Schon in den Klassen 5 und 6 arbeiten die Schülerinnen und Schüler mit Fallbeispielen aus dem Nahraum, um später auf größere und ferner gelegene Räume zu abstrahieren. In den Klassen 7 und 8 setzen sich die Schüler vertieft mit Themen der physischen Geographie auseinander, um in den Jahrgangsstufen 9 und 10 auf Basis der erworbenen Kenntnisse komplexe Mensch-Umwelt-Systeme und Themen auf globaler Ebene nachzuvollziehen.

Sehr beliebt bei den Schülern ist der Wettbewerb „National Geographic Wissen“, bei dem die Schüler ihre Kenntnisse zeigen können.

„National Geographic Wissen“

geowissen logo 2008

Wer lebt auf dem "Dach der Welt?

Welche Sprache spricht man in Brasilien?

In welcher Stadt treffen Europa und Asien aufeinander?

Solche und weitergehende Fragen und Inhalte werden in der Mittelstufe im Fach Erdkunde

täglich gelehrt und gelernt. Um SchülerInnen neue Anreize zu liefern, sich mit dem Fach auseinanderzusetzen und mit Lust und Ansporn die Lerninhalte zu erarbeiten, startete im Winter 2000 zum ersten Mal der bundesweite Wettbewerb "Geographie Wissen".

Fragen und Durchführungsregeln wurden von der Zeitschrift National Geographic und dem Verband Deutscher Schulgeographen e.V. mit Unterstützung des Westermann-Verlages entwickelt. Teilnehmen können SchülerInnen aller Schulformen im Alter von 12 bis 16 Jahren. Der Wettbewerb wird in 4 Runden auf Klassen-, Schul-, Landes- und Bundesebene durchgeführt.

Es ist mittlerweile der bundesweit größte Schülerwettbewerb für diese Altersgruppe, an dem zum Beispiel im Jahr 2010 über 250.000 Mädchen und Jungen teilnahmen.

Unsere Schule beteiligt sich seit 2001 mit den achten Klassen und interessierten SchülerInnen aus den 9. und 10. Klassen am Wettbewerb.

Die Sieger auf Bundesebene dürfen dann am NATIONAL GEOGRAPHIC WORLD CHAMPIONSHIP teilnehmen. Dieses fand zum Beispiel 2001 in Vancouver statt, 2009 in Mexiko-City und 2011 in San Francisco.

Die Schulsieger in den vergangenen Jahren:

Jahr

Schulsieger

2001

Johannes Unseld

2003

Tammo Schröder

2004

Jan Schneiderbanger

2005

Teelko Casjens

2006

Sebastian Nelke

2007

Patrick Ohliger

2008

Jascha Buchweitz

2009

Keno Brüning

2010

Keno Westhoff

2013

Henning Claußen

2014

Jannik Bucken

2015

Hannes Hilligweg

2016

Henrik Fortmann

2017

Christian Drost

Keno Westhoff erreichte 2010 mit einem 6. Platz bei 121 teilnehmenden Schulen das bisher beste Ergebnis unserer Schule.

Die Erde steht mit ihren vielen verschiedenen Lebensräumen, die unterschiedliche Kulturen und Lebensbedingungen haben, im Zentrum des Erdkundeunterrichts. Die Schülerinnen und Schüler sollen befähigt werden, sich verantwortlich mit der Umwelt auseinander zu setzen. Ferner sollen sie auch über den Umgang mit Naturereignissen wie Erbeben, Vulkanausbrüchen, Überflutungen informiert werden und die Bedeutung einer „Katastrophe“ mit den Lebensbedingungen des jeweiligen Raumes in Verbindung setzen können.

In der Oberstufe beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit geographischen Fragestellungen und Raummodulen.

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(Quelle: Niedersächsisches Kultusministerium, KC Oberstufe Erdkunde 2011, S. 8)

Das Fach Erdkunde ist von einem hohen Maß an Aktualität geprägt und erfordert das Verfolgen des „Weltgeschehens“ über Zeitungen, Wochenzeitschriften, Forschungen etc. Auch das Internet bietet einige gute Informationsquellen. Die nachstehenden Links bieten nur einen kleinen Einblick. Neue geographische Informationssysteme und Suchmaschinen bieten einen neuen digitalen Blick auf die Erde, wobei die Arbeit mit den Atlanten dennoch ein zentraler Bestandteil ist.

Die Geographie bietet ein hohes Potenzial, die Schülerinnen und Schüler zu vernetztem Denken zu befähigen. Auch für das fächerübergreifende Lernen sind viele sinnvolle Anknüpfungspunkte gegeben.

Die Fachschaft Erdkunde wird am Jade-Gymnasium derzeit vertreten durch Frau Lahner-Janssen (Fachobfrau), Frau Oeltjen, Frau Sinnig und Frau Reinke.

Links:

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