Das Jade-Gymnasium heute:

Eine aktuelle Bestandsaufnahme im Hinblick auf Konzeption, Struktur und pädagogische Besonderheiten

Das Jade-Gymnasium und seine formale Konzeption:

Die Trägerschaft

Das Jade-Gymnasium ist ein staatlich anerkanntes Gymnasium in freier Trägerschaft.

Die Existenzberechtigung von Schulen in freier Trägerschaft als Ersatz für öffentliche Schulen ist für die Bundesrepublik Deutschland im Bonner Grundgesetz Art. 7 Abs. 4 und 5 festgeschrieben. Das garantiert, dass staatlich anerkannte Schulen in freier Trägerschaft "in ihren Lehrzielen und Einrichtungen sowie in der wissenschaftlichen Ausbildung ihrer Lehrkräfte nicht hinter den öffentlichen Schulen zurückstehen" und keiner "Sonderung der Schüler nach Besitzverhältnissen der Eltern" Vorschub leisten dürfen (GG Art. 7). Weiteres ist in den jeweiligen Landesgesetzen - so im Niedersächsischen Schulgesetz - zur rechtlichen Stellung der Schulen in freier Trägerschaft geregelt.

Träger des Jade-Gymnasiums ist ein eingetragener gemeinnütziger Schulverein, Vereinsstruktur und Aufbau sind in der Satzung des Schulvereins geregelt. Der Schulverein macht die Beschulung von Kindern am Jade-Gymnasium von der Mitgliedschaft eines Elternteils abhängig. Damit sind die Eltern unserer Schule letztlich über den Schulverein Träger der Schule.

Zwischen Schulverein und Schule besteht in den Aufgaben eine strikte Trennung. Der Vereinszweck besteht in der materiellen und sächlichen Schaffung von Grundlagen, auf denen sich Schule betreiben lässt. Die schulfachliche Kontrolle ist gesetzlich geregelt. Sie obliegt der Landesschulbehörde.

 

- Kosten

Bei Aufnahme eines Kindes muss ein Elternteil Mitglied im Schulverein werden.

Aufnahmegebühr (einmalig) 300 € bei Aufnahme
Vereinsbeitrag (jährlich) 250 € im Januar d. Jahres
oder halbjährlich 125 €
Schulgeld monatlich   am 1. jeden Monats
Sekundarbereich I (Klasse 5 bis 9)    
1. Kind 136,50 €  
2. Kind 136,50 €  
3. Kind 116,50 €  
4. Kind befreit  
Sekundarbereich II (ab Klasse 10)    
1. Kind 166,50 €  
2. Kind 166,50 €  
3. Kind 146,50 €  
4. Kind befreit  

Für Schülerinnen und Schüler aus der Gemeinde Jade reduziert sich der
Schulgeldbetrag um 15,34 € pro Monat.

Stellung des Jade-Gymnasiums im Rahmen des Niedersächsischen Schulgesetzes

Das nieders. Schulgesetz unterscheidet zwischen Ersatz- und Ergänzungsschulen (§§ 142, 158 NSchG)

Ergänzungsschulen ergänzen das staatliche Bildungsangebot um eine andersartige Variante der Pädagogik (z. B. Waldorfschulen), während Ersatzschulen vom Grundsatz her in ihren Lern- und Erziehungszielen öffentlichen Schulen entsprechen, aber über einen größeren zugebilligten Spielraum im Hinblick auf Lehr- und Erziehungsmethoden so wie bei der Auswahl von Lernstoffen verfügen. Das Jade-Gymnasium ist eine Ersatzschule. Hieraus ergeben sich einerseits die Grundlagen der inhaltlichen pädagogischen Besonderheiten des Jade-Gymnasiums, andererseits die Nähe zu öffentlichen Gymnasien, wodurch Schulwechsel in beide Richtungen prinzipiell ohne Probleme möglich sind.

Aus der staatlichen Anerkennung des Jade-Gymnasiums als Ersatzschule folgt der Rechtsanspruch auf Finanzhilfe des Landes Niedersachsen. Hieraus lassen sich überwiegend die Personalkosten der Schule bestreiten. Monatliches Schulgeld (136,50 Euro in Sek I bzw. 166,50 Euro in Sek II) und Mitgliederbeitrag (100,00 Euro jährlich) ergänzen die Finanzierung.

Schulrechtlich folgt aus der Anerkennung als Ersatzschule, dass die Aufnahmebedingungen, Versetzungen, Abschlüsse und das Abitur sich nach den Bedingungen des öffentlichen Schulwesens richten und damit staatlich anerkannte Abschlüsse vergeben werden.

Struktureller Aufbau

Größe und Besonderheiten des Jade-Gymnasiums

Das Jade-Gymnasium ist ein reguläres Gymnasium ohne Internat. An Nachmittagen werden jedoch Unterrichtsveranstaltungen im Rahmen des Pflichtunterrichts für die Klassen 7 – 10 sowie verschiedene Arbeitsgemeinschaften angeboten. Zur Zeit findet mittwochs am Nachmittag der Pflichtunterricht für die Klasse 7 und 8 statt, dienstags steht ein umfangreiches Arbeitsgemeindschafts- und Förderangebot zur Auswahl.

Die Schüler werden von Klasse 5 - 10 im Klassenverband, ab Stufe 11 im Kurssystem unterrichtet.

Die Klassen 5 bis 10 werden vierzügig geführt. Damit ist eine noch überschaubare, andererseits im Sinne eines breitgefächerten Kursangebotes für die Stufen 11 - 12 nötige Größenordung gewählt.

In die Klassen 5 werden derzeit bis 30 Schüler pro Klasse aufgenommen, ab Klasse 8 bewegt sich die durchschnittliche Klassenfrequenz augenblicklich bei 28 Schülern.

Der Fremdsprachenunterricht beginnt ab Klasse 5 mit Englisch als 1. Fremdsprache. In Klasse 6 kann zwischen Latein und Französisch als 2. Pflichtfremdsprache gewählt werden. Ab Klasse 10 ist ein erneuter Sprachbeginn (Latein/Französisch) möglich.

Die allgemeinen Erziehungsziele des Jade-Gymnasiums

Das Jade-Gymnasium unterliegt keiner speziellen weltanschaulichen Bindung. Dennoch ist die Bildungsarbeit geleitet von bestimmten Erziehungszielen, die über die des öffentlichen Schulwesens hinausgehen.

Zielpunkt schulischen Wirkens soll die lebens- und leistungsbejahende Grundeinstellung der Schüler sein.

Vermittelt werden soll die Fähigkeit zum individuellen und teambezogenen Arbeiten.

Dadurch wird den Schülern das Erkennen eigener Stärken, aber auch persönlicher Grenzen ermöglicht.

Gefordert werden Aufgeschlossenheit und Kritikfähigkeit gegenüber neuen Technologien und Entwicklungen.

Schließlich sollen unsere Schüler zu Verantwortungsbewusstsein sich selbst und den Mitmenschen gegenüber erzogen werden.

Pädagogische Besonderheiten:

Lehrerauswahl

In der Regel werden für die Klasse 5 überwiegend im Bereich der Sek I erfahrene Lehrer eingesetzt, besonders gilt dies für die Klassenlehrer.

Die Kolleginnen und Kollegen bleiben in der Regel drei Jahre in der Klasse. Die Schüler werden möglichst in zwei Fächern von einer Lehrkraft unterrichtet. Diese Prinzipien gelten auch für die höheren Klassen der Sek. I.

Die Stundentafel (d.h. die Stunden, die unterrichtet werden) unterscheidet sich von den öffentlichen Schulen dahingehend, dass grundsätzlich alle Fächer unterrichtet werden, die vorgesehen sind. Diese auch z. T. mit einer höheren Stundenzahl.

So beginnen die Schüler der Klassen 5 mit 30 Wochenstunden, verteilt auf 5 Tage. Die Fächer Deutsch, Englisch und Mathematik werden mit jeweils 5 Unterrichtsstunden pro Woche unterrichtet, Alle fünften Klassen haben eine Verfügungsstunde beim Klassenlehrer. Unterrichtet wird nach der öffentlichen Stundentafel 2, die im Sek.I Bereich keinen besonderen Schwerpunkt betont, sondern dem Fachunterricht in der gesamten Breite den Vorzug gibt.

Organisatorische Besonderheiten im Bereich der 2. Fremdsprache

Um den Anforderungen und Besonderheiten der 2. Fremdsprache in hohem Maße gerecht zu werden, werden die 4 Parallelklassen während des Unterrichts in Latein und Französisch von Klasse 6 bis Klasse 8 einschließlich in 6 Lerngruppen aufgeteilt. So ergeben sich durch die geringe Gruppenfrequenz bessere Möglichkeiten der Förderung und Betreuung.

Weitere Gesichtspunkte

Insgesamt wird für die Klassen und Stufen ein hohes gymnasiales Niveau angestrebt, bei größtmöglicher Förderung und Unterstützung durch die Schule.

Unterrichtsausfall wird auf ein Minimum reduziert. Bei Abwesenheit von Kollegen wird der Unterricht generell durch Vertretungsunterricht aufgefangen. Lediglich die 6. Unterrichtsstunde kann hiervon bei höheren Klassen ausgenommen sein.

Pädagogisches Engagement wird beim Lehrerkollegium des Jade-Gymnasiums großgeschrieben. Sei es, bei der Förderung und Hilfestellung im fachlichen Bereich, bei der Beratung über die Schullaufbahn oder der persönlichen Beratung, soweit von Schülern erwünscht. Ein funktionsfähiges Klassenlehrer-, Tutoren-, Vertrauens- und SV-Beratungslehrersystem unterstützt dies.

Klassen- und Wanderfahrten, Studienfahrten, Arbeits- und Sportgemeinschaften, Aktionswochen, Sportfeste, Schulchor, Schulorchester, Combo und Theatergruppe - Betreuung von internen und externen Schülerwettbewerben, Austausch mit Partnerschulen in England und Frankreich - beschreiben nur einen kleinen Ausschnitt des Engagements.

Das freundliche Schulklima des Jade-Gymnasiums stärkt nicht nur die Lernbereitschaft der Schüler, sondern wirkt sich auch positiv auf Verhaltensweisen der Schüler untereinander aus.

Moderne Ausstattung der Schulräume sowie attraktive Außenanlagen und Pausenflächen unterstützen diese Absicht.

Der gegenseitige Umgang soll von Achtung und Höflichkeit, Offenheit und Toleranz, aber auch von Wärme und Sympathie getragen sein. Eine solche pädagogische Atmosphäre ist für das Lernen der Schüler und deren allgemeine Entwicklung höchst förderlich.

Während der öffentliche Schulbereich in den vergangenen 15 Jahren von einer restriktiven Einstellungspolitik betroffen war, konnte das Jade-Gymnasium stets junge, engagierte Lehrkräfte verpflichten. Die Schüler erwartet eine günstige Mischung aus jüngeren und aus erfahrenen Lehrkräften.

Guter Kontakt zwischen Elternhaus und Schule wird seitens der Schule gewünscht und gepflegt. So erhöhen sich einerseits Motivation und Lernbereitschaft, andererseits lassen sich entstehende Probleme frühzeitig gemeinsam beraten und idealerweise lösen.

Aus diesem Grunde bietet das Jade-Gymnasium zweimal im Jahr gut organisierte Elternsprechtage an.

Über seine Internetseiten informiert das Jade-Gymnasium die Elternschaft über aktuelles Schulleben.

Die Oberstufe des Jade-Gymnasiums

Klasse 10 - Einführungsphase

Für die Einführungsphase gilt der Klassenverband. In der Stufe 10 findet ein dreiwöchiges Betriebspraktikum statt, das in der Regel Ende Januar bis Anfang Februar terminiert ist.

Französisch und Latein werden als neu zu beginnende Sprache angeboten. Eine Mindestteilnehmerzahl ist jedoch erforderlich.

Im Wahlbereich wird das Fach Informatik zweistündig angeboten.

Im Rahmen des Unterrichts werden die Schülerinnen und Schüler im 1. Halbjahr schwerpunktmäßig auf die Abfassung des Praktikumsberichts und der Facharbeit vorbereitet. Da Sport im gesellschafts-wissenschaftlichen Profil der Qualifikationsphase 5. Prüfungsfach sein kann, wird in 10.2 (2. Halbjahr) Sporttheorie angeboten.

- Qualifikationsphase

Das Jade Gymnasium bietet das sprachliche, das gesellschafts-wissenschaftliche und das naturwissenschaftliche Profil an. Im Rahmen dieser Profile wird den Schülern ein möglichst breites Spektrum an Wahlmöglichkeiten angeboten (vgl. dazu Leiste Schüler: Unterpunkt Oberstufe).

Bei Fragen oder Problemen bieten wir telefonisch oder per E-Mail die Vereinbarung eines Beratungstermins an.

Daten zur Struktur und Entwicklung

Die nachfolgenden Grafiken geben Einblick in die Entwicklung unserer Schule.

  entwicklung schlerzahlen

Die letzte Abbildung zeigt die Herkunft unserer Schülerschaft, geordnet nach Landkreisen. Der Schulstandort Jaderberg ist an der Kreisgrenze des Landkreises Wesermarsch gelegen. So erklärt sich einerseits aus der Lage des Schulstandorts, andererseits aus der Tatsache, dass Schulen in freier Trägerschaft nicht an Schuleinzugsbereiche gebunden sind, das umfassende Einzugsgebiet. Generell gilt, dass mit der Nähe zum Schulstandort die Schülerzahlen aus dem jeweiligen Landkreis ansteigen.

Dokumentiert wird damit auch die hohe Akzeptanz des Jade-Gymnasiums bei der Elternschaft der Umgebung, sei es als Gymnasium des Wohnortes oder als ein Wahlgymnasium im Vertrauen auf die pädagogisch fachliche Arbeit.

Der große Einzugsbereich der Schule setzt natürlich wohlorganisierte Verkehrsverbindungen voraus, was faktisch gegeben ist.

Perspektiven der derzeitigen Schulpolitik

Nicht nur der öffentliche Schulbereich leidet unter fortschreitender Kürzung finanzieller Mittel, sondern auch Schulen in freier Trägerschaft spüren dies in besondere Weise. Jede finanzielle Kürzung im öffentlichen Schulbereich findet über die Berechnungsmodalitäten der Landesfinanzhilfe sofort ihren Niederschlag im Haushalt der Schulen in freier Trägerschaft.

So besteht über die Berechnungsweise der Landesfinanzhilfe ein direkter Einfluss des Landes auf Klassengröße und Anzahl der Unterrichtsstunden. War die Landesfinanzhilfe ursprünglich in ihrer Höhe so ausgerichtet, die gesamten Personalkosten in Anlehnung an staatliche Gepflogenheiten abzudecken und noch kleinere Spielräume für Trägerschaftsaufgaben zu gewährleisten, so ist dies schon lange nicht mehr der Fall. Seit mehreren Jahren wird der Finanzhilfeanteil pro Schüler regelmäßig gesenkt. Mittlerweile sind die reinen Personalkosten des pädagogischen Bereichs schon nicht mehr aus der Landesfinanzhilfe abzudecken. Zumal dann nicht, wenn ein umfassendes Schulangebot ohne Unterrichtskürzungen und Unterrichtsausfall vorgehalten werden soll. Ganz abgesehen von der Tatsache, dass aus Landesmitteln keine Zuschüsse an freie Träger für Bau-, Renovierungs-, Technologie- oder Energiesparmaßnahmen fließen. So ist der finanzielle Bewegungsspielraum einer Schule in freier Trägerschaft in bezug auf sinnvolle pädagogische Unternehmungen spürbar eingeschränkt. Nur der sehr umsichtigen und bedachten Arbeit und Handlungsweise des Vorstandes des Schulträgervereins und dem Engagement des Lehrerkollegiums, das nicht für jede Mehrleistung finanzielle Abgeltung fordert, ist der Fortbestand unserer Schule zu verdanken.

Sinnvollerweise fordert der Staat, dass Schulen in freier Trägerschaft keine Sonderung nach Besitzverhältnissen vornehmen.

Aber Schulgeld muss auch bezahlbar bleiben! Und der Unterhalt einer Schule finanzierbar sein!

Bleibt zu hoffen, dass sich durch ein veränderndes Bewusstsein die öffentlichen Zuwendungen für den Bildungsbereich erhöhen und sich dadurch wieder mehr Spielräume für wünschenswerte pädagogische Arbeit ergeben. Denn Schulen in freier Trägerschaft sind auch für den Staat unverzichtbar. Gehen doch von hier viele pädagogische Ideen, Impulse und Innovationen aus.

Verdient hätte es die Elternschaft einer Schule in freier Trägerschaft zu allererst, denn sie ist es, die die öffentlichen Kassen durch ihre Schulgeldzahlungen gewaltig entlastet.