Austausch mit Frankreich

“La Miséricorde“ in Metz (Lothringen)

La Miséricorde, Metz

Seit dreizehn Jahren organisiert die Fachschaft Französisch jedes Jahr einen Schüleraustausch mit Frankreich. Aufgrund der sehr guten Zusammenarbeit mit Frau Milard,  Leiterin unserer Partnerschule “La Miséricorde“  in Metz (Lothringen) haben alle interessierten Französischschüler und Schülerinnen der Jahrgangsstufe 9 die Möglichkeit an diesem Austausch teilzunehmen. Die Anmeldung erfolgt zu Beginn des Schuljahres.

Der Austausch beinhaltet einen einwöchigen Aufenthalt unserer Schüler in Frankreich und den Rückbesuch der französischen Austauschpartner innerhalb ein- und desselben Schuljahres.

MusikfachraumDiese deutsch-französische Begegnung dient zum einen der Anwendung und Verbesserung der bereits erworbenen Sprachkenntnisse. Zum anderen haben die Schüler die Möglichkeit, die Kultur unserer Nachbarn kennenzulernen und dabei interessante interkulturelle Erfahrungen zu machen. Das Programm enthält kulturelle Ausflüge als auch sehr unterschiedliche Freizeitaktivitäten.

Neben dem einwöchigen Schüleraustausch bietet die Fachschaft Französisch auch längere Aufenthalte in Frankreich an: drei Monate im Rahmen des Programms Sauzay oder sechs Monate (Programm Voltaire). Darüberhinaus besteht die Möglichkeit für einen Austausch von unterschiedlicher Dauer je nach individuellem Interesse und den Möglichkeiten der Schüler in Zusammenarbeit mit unserer Partnerschule in Metz. Diese Angebote richten sich an Schüler des 9. und  10. Jahrgangs.   Mensa

Wir freuen uns, unsere Schüler jedes Jahr nach Frankreich schicken zu können und ihre Austauschpartner in unserer Schule zu empfangen.    
Unabhängig von der Dauer des Aufenthalts, erweist sich der Austausch stets als eine sehr positive Erfahrung, die den den Schülern immer in guter Erinnerung bleiben wird.


Metz - ein Erfahrungsbericht

Wenn man am Jade-Gymnasium an dem Französischaustausch teilnimmt, fährt man in die Kulturstadt Metz. Sie liegt an der Grenze zu Luxemburg und durch ihr fließt die Mosel. Metz ist ungefähr so groß wie Oldenburg und hat ca. 120.000 Einwohner.

Besondere Merkmale von Metz sind die alten Bauwerke und der gelbliche Sandton der sich über die meisten Häuser der Stadt erstreckt. Eines der alten Bauwerke ist die Kathedrale Saint-Étienne, die zwischen 1220 und 1520 errichtet wurde. Es gibt auch noch ein riesiges Theater, den Tempel Neuf, das Deutsche Tor und der schöne alte Bahnhof. Neben historischen Bauwerken hat Metz auch einige moderne, wie zum Beispiel das Museum Pompidou.

Metz ist sehr vielfältig und hat einige Parkanlagen oder Plätze mit Springbrunnen.
Es gibt viele Ketten wie New Yorker, H&M, Subway und McDonalds aber auch Läden mit einheimischen Produkten.  Diese einheimischen Produkte sind oft mit Bergamotte und Mirabelle.

In den umliegenden Gebieten gibt es auch viele Freizeitangebote. Diese sind zum Beispiel ein Trampolinpark, ein Freizeitpark, ein Schwimmbad und ein großes Gelände mit Eishalle, Skibahn und Minigolf.

Das Programm unseres Austausches

Nachdem wir am Donnerstag nach einer etwa 10stündigen  Busfahrt von Madame Milard und den Austauschschülerinnen und Schülern empfangen wurden, sind viele von uns am Abend in eine Gastfamilie  gefahren oder in dem Internat der Austauschschule geblieben. 

Am ersten Morgen hielt Frau Milard eine Begrüßungsrede und erzählte uns etwas über die Schule „La Misericorde“. Im Anschluss zeigte sie uns die ganze Schule. Am Nachmittag haben wir eine Rallye gemacht, um die Stadt Metz kennenzulernen. Das Wochenende verbrachte jeder von uns in seiner Gastfamilie. 

Am Montag unternahmen wir eine Fahrt nach Verdun. Wir besuchten das Denkmal, eine Festung und ein Museum (Memorial de Verdun ).  Am Dienstag gab es einen zweiten Teil der Stadtrallye.  Am Mittwoch, unserem letzten Tag machten wir einen gemeinsamen Ausflug mit unseren Austauschpartnern. Wir besuchten zuerst das  Haus von Robert Schumann.  Danach hatten wir viel Spaß  beim „Animation bowling“ und  „Laser game“.  Abends fand ein kleines Abschiedsessen, das „Soiree franco-allemande“ mit allen Gastfamilien in der Schulkantine statt. Die Eltern hatten dazu viele leckere, französische Köstlichkeiten zubereitet. Am nächsten Morgen  mussten wir uns nach einer schönen  und erlebnisreichen Woche leider schon voneinander verabschieden.  

Das Internat

Das Internat der Schule „La Misericorde“ ist ein Mädcheninternat und befindet sich im 5.Stock des Schulgebäudes. Es leben 53 Mädchen hier. Drei Schülerinnen unserer Gruppe lernten während des Frankreichaustausches das Leben im Internat kennen. Es gibt strenge Regeln, die eingehalten werden müssen. So läutet z.B. abends um 21:30 Uhr eine Klingel, die signalisiert, dass  jedes Mädchen auf das eigene, kleine  Zimmer gehen muss. Eine Stunde später muss das Licht aus sein, dies wird von einer Erzieherin mehrmals kontrolliert. Morgens um 6:45 Uhr werden alle  von der Klingel und dem französischen Radio  geweckt. Pünktlich um 7:30 Uhr gibt es Frühstück mit Baguette, Müsli, Obst, Säften und Kakao in der Schulkantine. Unterricht ist von 8:00 Uhr bis 17:00 Uhr. Das Internat ist während dieser Zeit geschlossen. Die Mädchen aus dem Internat haben von 17:00 Uhr bis 18:00 Uhr in der Bibliothek der Schule eine Hausaufgabenzeit. Von 18:00 Uhr bis 18:45 Uhr ist dann Zeit, in die Stadt zu gehen oder sich mit Freunden zu treffen. Um 19:00 Uhr gibt es dann Abendessen. Nach dem Abendessen wird das Internat wieder aufgeschlossen. Die Mädchen gehen dann in ihre Zimmer oder besuchen sich untereinander. An einigen Tagen gibt es Freizeitangebote der Erzieherinnen. Dienstags werden z.B. in der Bibliothek Gesellschaftsspiele gespielt. Freitagabend verlassen viele Mädchen das Internat, um zu ihren Familien zu fahren. Am Sonntagabend kehren alle wieder zurück.  

Über die Schule

La Miséricorde ist eine ungefähr 6000 Quadratmeter große, katholische Privatschule in der Kulturstadt Metz. Geleitet wird diese Schule von Madame Milard, welche auch für den Austausch zuständig ist. Die Schule zeichnet sich durch ihr Merkmal aus, dass sie - von der Vorschule an - alle Schulformen in einer Schule vereint sind. Ab dem dritten Lebensjahr kann man an dieser Schule aufgenommen und bis zum Abitur ausgebildet werden. Da die Schule katholisch ist, verfügt sie über eine eigene Kapelle, jedoch ist der Besuch dieser Kapelle keine Verpflichtung, sondern nur ein Angebot für die Schüler.

Eine so umfangreiche Schule scheint auf den ersten Blick chaotisch, doch für jede Altersstufe ist ein eigenes Stockwerk vorgesehen:

Im ersten Stockwerk, ist die Vorschule untergebracht. Sie besteht aus fünf Klassen und beruht auf der Ideologie von Montessori, welche beinhaltet das Kinder Rechnen, Lesen und Schreiben mit Anfassen erlernen. Dies bedeutet, dass sie zum Beispiel mit malen, Modellen und Bildern lernen.

Im zweiten Stockwerk ist die Grundschule untergebracht. Sie besteht aus vierzehn Klassen und verfolgt die gleiche pädagogische Ideologie wie die Vorschule.

Im dritten Stockwerk ist die Sekundarstufe 1 untergebracht. Zurzeit wird sie von 450 Schülern besucht.

Im vierten Stockwerk ist die Sekundarstufe 2 untergebracht. 150 Schüler werden zurzeit in diesem Jahrgang unterrichtet. Diese Etage ist für die Abiturienten, diese haben hier ihre eigenen Zimmer um in Ruhe lernen zu können.

In dem letzten Stockwerk ist das Internat, welches zurzeit für 53 Schülerinnen ein Zuhause ist. Die Schülerinnen haben individuell eingerichtete Zimmer und einen kleinen Aufenthaltsraum zur Verfügung, ebenso wie eine große Terrasse, welche eine Panoramaaussicht von Metz ermöglicht. Das Internat ist ein Mädcheninternat, da die Schule durch ihre zentrale Lage in der Stadt keine Möglichkeit hat, die Kapazitäten für ein Jungeninternat zu bieten.

Die Kantine befindet sich im Untergeschoss und bietet den Schülern in drei Räumlichkeiten die Möglichkeit warme Malzeiten zu essen. Für die Internatbewohner werden natürlich auch Frühstück und Abendbrot angeboten.

Dadurch ist die Schule trotz ihrer Vielfalt geordnet. Aber auch die Vielfalt der Unterrichtsfächer ist erwähnenswert: Die Schüler werden in Französisch, Italienisch, Spanisch, Deutsch und Englisch unterrichtet. Der Unterricht mit Computern ist Pflicht und daher gibt es an der Schule viele Computerräume, denn der Unterricht ist auf den Gebrauch von Computern ausgerichtet. Dazu gibt es noch ein Unterrichtsfach, welches für uns vergleichbar mit Informatik ist. Genannt wird dieses LABO EXAO, in diesem Labor wird mit Computern experimentiert. Ebenfalls interessant ist, dass die Lehrer festgelegte Räume haben und die Schüler immer zum Lehrer gehen. Dafür haben sie beaufsichtigte Aufenthaltsräume, deren Gestaltung den Schülern überlassen ist. Zudem hat die Schule eine Bibliothek und einen Raum in dem die Schüler ihre Freistunden verbringen können, genannt wird dieser Raum "Salle de permanence". 

Zum Schluss noch ein paar Informationen zu den Regeln und Sicherheitsmaßnahmen von La Miséricorde:

Bei dem Betreten der Schule wir zuerst eine Taschenkontrolle vorgenommen. Diese Maßnahme wurde wegen des Terroranschlags im November 2015 eingeführt. Diese Maßnahme führte zunächst zu Problemen mit den Eltern der Schüler, insbesondere der jüngeren Schüler. Da es zu Problemen und Diskusionen führte, legte man die Taschenkontrolle ab der Vorschule fest, damit keiner der Schüler benachteiligt ist.

Für Erwachsene ist eine Ausweisung Pflicht, da sonst der Zutritt zum Schulgebäude verwehrt ist. Diese Reglung ist für jeden Erwachsenen, ohne Ausnahme.
Die Regeln der Schule sind unseren Regeln ähnlich, doch hinzu kommt das strenge Kaugummi- und Handy-Verbot, das an der Schule gilt. Ausnahme von dieser Regel sind die Aufenthaltsräume für die Sekundarstufen 1 und 2, in denen Handys erlaubt sind.